Private Baudarlehen: Fallende Margen drücken die Stimmung bei den Banken

05.Juli 2007

Der Markt für private Baudarlehen wird immer umkämpfter. Das ist günstig für die Bauherren, doch für die Darlehengeber wird die private Baufinanzierung aufgrund fallender Zinsmargen immer unattraktiver. Noch vor vier Jahren betrug die durchschnittliche Zinsmarge 0,7 Prozent. Heutzutage liegt die Gewinnmarge gerade noch bei der Hälfte.[1]
Die Gründe liegen auf der Hand. Zum einen ist der Wettbewerbsdruck auf dem deutschen Markt für private Baufinanzierungen sehr viel größer als in anderen Ländern. Neben Finanzierungsspezialisten tummeln sich auf dem Markt auch Universalbanken sowie freie Vermittler, die zusätzlich günstige ausländische Kreditgeber ins Rennen schicken.
Zum anderen achten die Kunden immer mehr auf den Preis. Loyalität zu dem heimischen Kreditinstitut erscheint immer weniger ausgeprägt. Durch die Verbreitung des Internet ist auch niemand mehr auf eine umfassende Beratung angewiesen, sondern kann sich im Netz selbst die wesentlichen Informationen besorgen und die Angebote potentieller Darlehengeber vergleichen.
Die Folge ist, dass Banken immer größere Risiken eingehen müssen, um attraktive Finanzierungen anbieten zu können. Daher sind auch Vollfinanzierungen oder 120 Prozent Finanzierungen heute keine Seltenheit mehr. Wie sich der Markt für private Baufinanzierungen in Zukunft weiterentwickeln wird, darf mit Spannung erwartet werden. Es ist auf jeden Fall nicht auszuschließen, dass durch die sinkenden Gewinnmargen sich einige Kreditinstitute vom privaten Baumarkt zurückziehen werden und ihre Kapazitäten in profitablere Märkte investieren.

[1] Vgl.: Haugwitz, Lars: Private Baufinanzierung - Geschäft ohne Gewinn?, in: Immobilien & Finanzierung - Der langfristige Kredit, Frankfurt am Main, 13, 2007, S. 436.

Artikel gespeichert unter: Baufinanzierung

bisher 1 Kommentar Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Daniel  |  15.Oktober 2007 at 20:05

    Man darf bei dieser Betrachtung natürlich nicht vergessen zu berücksichtigen, dass die Reallöhne in den letzten zehn Jahren kaum mit dem Anstieg der Lebenshaltungskosten mitgekommen sind. Das bedeutet, dass unterm Strich einfach viel weniger freies Geld zur Verfügung steht. Und je weniger Geld Verbraucher zur Verfügung haben, desto zinssensitiver reagieren sie. Es ist also meiner Meinung nach nicht nur die pure Lust am Sparen und Vergleichen, sondern vielmehr schlichte Notwendigkeit, dass wenige verfügbare Geld bestmöglich auszugeben. Das Internet trägt dann seinen Teil dazu bei, den Verbraucher über Finanzierungsvarianten und aktuelle Konditionen zu informieren.

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