Factoring: Mehr Liquidität fürs Unternehmen
09.September 2009
Der Unternehmer bzw. Factor Kunde verkauft Forderungen, die aus Dienstleistungs- und Warengeschäften entstehen, an einen Factor (z. B. ein Factoring-Institut oder eine Bank), welcher sehr häufig das Ausfallrisiko der Forderung übernimmt. Oftmals bezahlt der Factor nicht den kompletten Betrag der Forderung, sondern er reduziert den Betrag um die Zinsen für die Zeit bis zu der Forderungsfälligkeit, und die Forderung wird um die Gebühren gesenkt. Somit werden dem Unternehmen liquide Mittel zur Verfügung gestellt, und die Bilanz des Unternehmens verbessert sich. Ferner muss sich der Unternehmer nicht um die Verwaltung der Forderungen, d. h. das Fakturieren, die Buchführung, das Inkasso- und Mahnwesen, kümmern, weil das Forderungsmanagement von dem Factor übernommen wird.
Man unterscheidet zwischen verschiedenen Factorings. Zum Einen gibt es das echte Factoring, bei dem der Factor die Forderung finanziert und das Ausfallrisiko bezahlt (sog. Delkrederefunktion). Bei einem unechten Factoring wird das Ausfallrisiko nicht übernommen. Zum Anderen gibt es das offene und stille Factoring. Beim offenen Factoring hat der Schuldner die Kenntis von der Forderungsabtretung, und beim stillen Factoring besitzt der Schuldner keine Kenntnis darüber, dass seine Verbindlichkeit gegenüber dem Gläubiger verkauft worden ist, sodass er mit einer befreienden Wirkung an seinen Gläubiger leistet.
Für das Unternehmen ergeben sich beim Factoring sowohl Vor- als auch Nachteile. In Bezug auf die Vorteile verbessert das Unternehmen seine Liquidität, wälzt das Ausfallrisiko auf das Factoring-Institut ab und befreit sich von dem Forderungsmanagement (z. B. der Debitorenbuchhaltung oder dem Inkasso- und Mahnwesen). Jedoch ist sowohl der hohe Zinssatz als auch die mögliche negative Wirkung auf den Goodwill der Firmazu beachten, sobald der Forderungsverkauf bekannt wird, und die möglichen Anpassungsschwierigkeiten, sobald die Dienstleistungsfunktion später wieder eingegliedert wird.
Artikel gespeichert unter: Unternehmensfinanzierung
Ihr Kommentar