Wo liegt der Unterschied zwischen Venture Capital und Krediten von Banken?
16.Oktober 2011
Als modernes Start-Up Unternehmen ist es in Deutschland leider nicht allzu leicht, die nötigen finanziellen Mittel aufzutreiben, um alle nötigen Ausgaben tätigen zu können. Aus diesem Grund erscheint es wichtig, auch einmal kreative und ungewöhnliche Wege zu beschreiten, um letztlich eine entsprechende Finanzierungsmöglichkeit zu bekommen. Natürlich steht jedem Unternehmer der Weg zur eigenen Hausbank offen, jedoch reichen gerade zu Beginn die Sicherheiten oftmals nicht aus, um normale Kredite in Anspruch nehmen zu können. Aus diesem Grund kann es interessant sein, als Alternativlösung Venture Capital in Betracht zu ziehen. Nachfolgend sollen die Unterschiede zwischen einer normalen Kreditfinanzierung und der Finanzierung über Venture Capital genauer aufgezeigt werden.
Risikokapital wird oftmals als vollhaftendes Eigenkapital zur Verfügung gestellt
Der größte Unterschied zwischen dem Wagniskapital einer entsprechenden Beteiligungsgesellschaft und einem normalen Darlehen liegt darin, dass erstere vollhaftendes Eigenkapital oder zumindest Mezzanine-Kapital zur Verfügung stellt, wohingegen ein Kredit Fremdkapital mit sich bringt und somit nicht für andere Verbindlichkeiten haften kann. Wer es als Jungunternehmer also schafft, eine solche Gesellschaft vom eigenen Geschäftsmodell zu überzeugen, kann seine Eigenkapitalversorgung verbessern und damit auch ein wesentlich positiveres Bild von seiner eigenen Bonität zeichnen.
Venture-Capital-Gesellschaften haben strenge Auswahlkriterien
Wer Wagniskapital als Finanzierungsmöglichkeit nutzen möchte, muss einer entsprechenden Beteiligungsgesellschaft sein Geschäftsmodell erklären und einen Businessplan vorlegen, in dem aufgezeigt wird, welche Gewinnchancen in der nahen Zukunft zu erwarten sind. In Deutschland ist es dabei üblich, dass sich Venture-Capital-Gesellschaft mit ca. 25-30% am Unternehmen beteiligen und ihre Beteiligung nach 2-7 Jahren wieder verkaufen. Da eine solches Investment mit hohem Risiko verbunden ist, wird sich der Geldgeber die mögliche Beteiligung genau überlegen und nur dann zustimmen, wenn er auch eine Chance sieht, später Gewinn aus einem Verkauf zu generieren. Möchte man hier also erfolgreich sein, muss man alles genau überdenken und überzeugende Argumente vorbringen können.
Beteiligungsgesellschaften stellen betriebswirtschaftliches Know-How zur Verfügung
Da natürlich auch die Kapitalgeber daran interessiert sind, dass sich die Beteiligung positiv entwickelt, kann man als Unternehmer oftmals auch mit einer gewissen Hilfestellung bei den ersten Schritten am Markt rechnen. Solche Venture-Capital-Gesellschaften weisen häufig tolle Netzwerke auf, mit denen sie junge Unternehmen bei der Auswahl von Personal und bei anderen wichtigen betriebswirtschaftlichen Entscheidungen unterstützen können. Dies lässt sich eindeutig als größter Vorteil einer solchen Form der Finanzierung ansehen, denn es werden Möglichkeiten geboten, die vielen anderen Unternehmen sonst verschlossen bleiben.
Oftmals muss man jedoch auch Mitspracherechte einräumen
Als großer Nachteil beim Venture Capital erweist sich jedoch die Tatsache, dass das Management der Beteiligungsgesellschaft oftmals Mitspracherechte bei wichtigen Entscheidungen beansprucht. Man holt sich damit also einen Partner in die Firma, der in den Entscheidungsprozess mit eingebunden werden muss und kann seine eigenen Vorstellungen unter Umständen nicht vollständig verwirklichen. Darüber hinaus sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass das Kapital innerhalb weniger Jahre auch wieder aus dem Unternehmen gezogen wird, so dass die Interessen der Geldgeber nicht unbedingt mit dem eigentlichen Unternehmenszweck konform gehen. Als Kreditnehmer hat man solche Probleme nicht, sondern kann weiterhin unabhängig seine eigenen Entscheidungen treffen.
Venture Capital kann ein sehr interessantes Finanzierungsinstrument darstellen
Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass Venture Capital letztlich ein durchaus interessantes Finanzierungsinstrument darstellt, welches jedoch große Unterschiede zu normalen Unternehmenskrediten aufweist. So bekommt man frisches Eigenkapital, kann auf Unterstützung bauen, muss allerdings auch einen Teil seiner Entscheidungsunabhängigkeit aufgeben. Vom Kostenfaktor aus betrachtet ist frisches Eigenkapital natürlich die günstigere Variante, jedoch sollte man sich vorher genau überlegen, ob eine solch kurzfristige Beteiligung im Sinne des eigenen Unternehmens ist oder eher nicht. Nutzen Sie die hier zur Verfügung gestellten Informationen und schauen Sie sich auf jeden Fall mehrere Möglichkeiten an, um letztlich die auszuwählen, die für Ihr Unternehmen am günstigsten ausfällt.
Artikel gespeichert unter: Unternehmensfinanzierung
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