Venture Capital

Venture Capital Finanzierung für junge Unternehmen

3.2.5 Exit-Phase - Desinvestition

Die Exit-Phase bezeichnet die Desinvestitionsphase, also den Ausstieg des Beteiligungsunternehmens aus dem Investment in das junge Unternehmen. Den Beteiligungskapitalgebern stehen verschiedene Exit-Kanäle zur Verfügung.

Ziel der Venture Capital Gesellschaften ist es, eine möglichst hohe Rendite bei der Veräußerung der Unternehmensanteile zu erhalten. Bei einem allgemein guten Börsenumfeld und einer guten Performance des Unternehmens bietet sich daher der Börsengang des Unternehmens an. Dabei sind für die Venture Capital Gesellschaften überdurchschnittliche Veräußerungsgewinne möglich. Allerdings erfolgt das Desinvestment dann in der Regel schleichend, um den Aktienkurs nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Kursänderungsrisiken bleiben daher erhalten.[25]

Eine andere Variante ist der Trade Sale, der Verkauf der Anteile an einen industriellen Investor. Für die Beteiligungsgesellschaften ist dieser Ausstieg durchaus attraktiv, da interessierte Investoren Preisaufschläge zu zahlen bereit sind. Es kann allerdings zu einem Interessenkonflikt mit dem Unternehmer kommen, da dieser dadurch seine Stellung als unabhängiger Unternehmer verlieren kann.[26] In einem Secondary Sale ist auch die Veräußerung der Beteiligungsanteile an einen anderen Finanzinvestor denkbar.[27]

Eine andere Exit-Variante ist der Buy-Back, also der Rückkauf der Unternehmensanteile der Beteiligungskapitalgesellschaft durch die Unternehmer. Er ist die letzte Alternative vor der Liquidation, dem Totalverlust des Investments, und findet nur bei mäßig erfolgreichen Beteiligungsunternehmen statt. Die liquiden Mittel für einen Buy-Back seitens der Unternehmer sind oft beschränkt, so dass dadurch eine Obergrenze des Kaufpreises festgelegt ist.[28]

[25] Vgl.: Bascha, Andreas, a. a. O., S. 40.

[26] Bei einem Trade Sale ist der industrielle Investor meist an einer Mehrheitsbeteiligung interessiert. Daher müssen die Unternehmer in diesem Fall ebenfalls Anteile an den Investor verkaufen, verlieren dadurch aber ihre unternehmerische Unabhängigkeit. Eine Einigung zwischen Unternehmern und Venture Capital Gesellschaft ist hier also erforderlich.

[27] Vgl.: Mark, Klaus: Venture Capital und die Governance-Struktur innovativer Unternehmen, Aachen 2005, S.110 ff.

[28] Vgl.: Bascha, Andreas, a. a. O., S. 41.
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