Venture Capital

Venture Capital Finanzierung für junge Unternehmen

2.3 Probleme bei der Außenfinanzierung

Da wie beschrieben eine Finanzierung von innen heraus für junge Unternehmen nur selten in Frage kommt, muss, wenn die Eigenkapitalbasis nicht ausreicht, eine Finanzierung von außen erfolgen.

Die vorherrschende Form der Außenfinanzierung für kleine Unternehmen ist dabei in Deutschland nach wie vor die Fremdfinanzierung durch Banken über Kredite.[11] Eine Fremdfinanzierung zeichnet sich dadurch aus, dass die Kapitalgeber zumeist nicht direkt am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens, sondern nur an der Verzinsung und gesicherten Rückzahlung des eingesetzten Kapitals interessiert sind. Daraus ergeben sich für junge Unternehmen, die die Gewinnschwelle oft noch nicht erreicht haben, naturgemäß Probleme, da Sicherheiten nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind. Gerade bei jungen, innovativen Unternehmen, die gänzlich neue Produkte am Markt etablieren wollen, sind Banken oft skeptisch, weil aufgrund fehlender Erfahrungswerte eine Einschätzung, ob das Unternehmen in naher Zukunft Gewinne erwirtschaften kann, besonders schwer fällt.

Ein weiteres wesentliches Merkmal für die Fremdkapitalvergabe ist die Bonität der Unternehmer. Junge Unternehmer konnten häufig noch keine Erfolgsgeschichte mit ihrer Bank aufbauen, so dass ein ausreichendes Vertrauensverhältnis oft noch nicht besteht.[12]

Die in deutschen Unternehmen traditionell niedrige Eigenkapitalquote ist bei kleinen Unternehmen sogar noch stärker ausgeprägt.[13] Im Zuge von Basel II[14] wirkt sich eine niedrige Eigenkapitalquote negativ auf das Rating durch die Kreditinstitute aus, das bei jungen Unternehmen sowieso schon eher schlechter ausfällt. Da die Kreditvergabe sowie die Kreditkonditionen abhängig von der Ratingnote sind, hat die Eigenkapitalausstattung einen hohen Einfluss auf die Kosten der Finanzierung. Die Folgen einer schlechteren Ratingnote sind höhere Zinszahlungen, wenn überhaupt ein Kredit gewährt wird. Die Hauptgründe für die Ablehnung von Kreditanträgen bei kleinen Unternehmen sind unzureichende Sicherheiten und zu niedrige Eigenkapitalquoten.[15] Viele Unternehmen praktizieren daher schon das so genannte Factoring, um Außenstände möglichst gering zu halten und die Liquidität des Unternehmens zu erhöhen. Dabei werden die Forderungen an einen dritten Dienstleister abgetreten, der dann etwa 80 bis 90 Prozent sofort an das Unternehmen zahlt und somit die Finanzierungsfunktion übernimmt.

Als weitere Fremdfinanzierungsquelle stehen staatliche Fördermittel wie zum Beispiel unternehmensbezogene Förderkredite in begrenztem Maße zur Verfügung. Meist können aber auch sie die Finanzierungslücke junger Unternehmen nicht schließen, so dass eine Erschließung anderer Finanzierungsquellen notwendig sein kann. Hierzu zählt zum Beispiel die Eigenkapitalfinanzierung durch Venture Capital, auf das nun im folgenden Kapitel näher eingegangen werden soll.

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[11] Vgl.: Schöning, Stephan: Finanzierung von Existenzgründungen mit Bankkrediten nach Umsetzung der Eigenkapitalunterlegungsvorschriften für Kreditinstitute (Basel II), in: Finanz Betrieb, Düsseldorf 2006, 8. 2006, 4., S. 273-280, S. 276.

[12] Vgl.: Nathusius, a. a. O., S. 26.

[13] Vgl.: Werner, Horst: Das Private Placement zur Kapitalbeschaffung, Köln 2006, 2. Auflage, S. 24 f.

[14] Unter Basel II versteht man die Neuverfassung der Eigenkapitalvorschriften für Kreditinstitute, nach der Banken ab 2007 gemäß dem Kreditrisiko Eigenkapital hinterlegen müssen. Kreditkonditionen werden daher umso mehr an die Bonität des Kreditnehmers angepasst. Vgl.: Werner, Horst, a. a. O., S. 26.

[15] Vgl.: KfW Bankengruppe: Unternehmensfinanzierung: Immer noch schwierig, aber erste Anzeichen einer Besserung, Frankfurt am Main, September 2005, S. 5.
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