Venture Capital

Venture Capital Finanzierung für junge Unternehmen

3.1 Grundlagen und Merkmale von Venture Capital

Im Mittelpunkt einer Venture Capital Finanzierung steht das Venture Capital, das in der Regel als voll haftendes Eigenkapital von Investoren in das zu finanzierende Unternehmen fließt.

Als Venture Capital Geber kommen dabei private oder institutionelle Investoren wie beispielsweise Banken oder Versicherungen in Frage, die bei der klassischen Venture Capital Finanzierung ihr Geld Finanzintermediären, den so genannten Venture Capital Gesellschaften, zur Verfügung stellen. Die Venture Capital Gesellschaften wiederum investieren das eingesammelte Kapital dann in wachstumsträchtige Unternehmen. Derartige Beteiligungsaktivitäten werden dem formellen Beteiligungskapitalmarkt zugerechnet.

Der informelle Beteiligungskapitalmarkt zeichnet sich durch direkte Investitionen in aussichtsreiche Unternehmen ohne Einschaltung von Intermediären aus. Handelt es sich bei den Investoren um Privatpersonen, so spricht man von Business Angels. Sind die Investoren Unternehmen, „bei denen die Beteiligungsaktivitäten nicht ihrem eigentlichen wirtschaftlichen Schwerpunkt zuzurechnen sind“[17], so bezeichnet man diese Finanzierung als Corporate Venturing, bzw. das Kapital als Corporate Venture Capital.

Das Engagement der Venture Capitalisten ist zeitlich begrenzt. Je nach Branche kann die Beteiligungsdauer von drei bis zu zehn Jahren reichen. Profit erhoffen sich die Kapitalgeber in geringem Maße durch laufende Unternehmenserträge, vor allem aber durch die Veräußerung der Unternehmensanteile am Ende ihres Engagements. An das übertragene Eigenkapital sind daher seitens des Unternehmens auch keine regelmäßigen Zinszahlungen gekoppelt. Die Investition hat als Ziel das Wachstum des Unternehmens.[18]

Im Normalfall gehen die Venture Capitalisten eine Minderheitsbeteiligung ein, wodurch die Selbständigkeit des Unternehmens sowie die Eigeninitiative der Unternehmensgründer erhalten bleiben. Dennoch werden den Kapitalgebern umfangreiche Kontroll- und Mitspracherechte eingeräumt. Sie können dadurch Einfluss auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens nehmen und mitbestimmen, was mit dem eingesetzten Kapital geschieht.[19]

Neben der Finanzierungsfunktion nehmen typische Venture Capital Geber auch eine Managementfunktion wahr, indem sie beratend den Unternehmen in Fachfragen zur Seite stehen und ihnen Hilfestellungen in der Start-Phase geben, um professionelle Managemententscheidungen zu gewährleisten.[20]

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[17] Engel, Dirk; Licht, Georg: Zur Rolle öffentlicher Förderprogrammme zur Belebung von Venture Capital-Aktivitäten in Europa, in: Michael Fritsch; Micheal Niese (Hrsg.): Gründungsprozess und Gründungserfolg, Heidelberg 2004, S. 63-90, S. 64.

[18] Vgl.: Schefczyk, Michael: Finanzierung mit Venture Capital, in: Dieter Krimphove (Hrsg.): Praktiker-Handbuch Unternehmensfinanzierung, Stuttgart 2002, S. 95-117,
S. 102 (im Folgenden zitiert als: Schefczyk, Michael: Finanzierung).

[19] Vgl.: Schefczyk, Michael : Innovationsfinanzierung und Venture Capital-Markt, in: Albers, Sönke; Gassmann, Oliver (Hrsg.): Handbuch Technologie- und Innovationsmanagement, Wiesbaden 2005, S. 603-620, S. 606.

[20] Vgl.: Eckstaller, Claudia; Huber-Jahn, Ingrid: Private Equity und Venture Capital, Sternenfels 2006, S.13.
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